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In Chorklassen steht das Singen im Mittelpunkt des Musikunterrichts. Die Klassen erhalten wöchentlich zwei Musikstunden zusätzlich zum regulären Musikunterricht. Im Idealfall werden die Stunden von einer Musiklehrerin der Schule und einer speziell dafür ausgebildeten Musikpädagogin gemeinsam erteilt. Der intensive Musikunterricht fördert nicht nur die sängerische und musikalische Entwicklung der Kinder, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und ihre soziale Kompetenz. Bisher konnte das Projekt Chorklasse in der Bebelhof- und der Diesterwegschule starten. Wie es organisiert und in den Schulalltag integriert wurde, ist an beiden Schulen verschieden.
In der Diesterwegschule wurden Ende des vergangenen Schuljahres Eltern und Schüler der zweiten Klassen gefragt, wer sich verbindlich für eine Chorklasse anmelden würde. Die Anmeldungen wurden bei der Neuzusammensetzung der dritten Klassen berücksichtigt, so dass eine nahezu reine Chorklasse entstand, deren Klassenlehrerin gleichzeitig Musiklehrerin ist. Aufgrund von Bedenken seitens Eltern und einiger Lehrer mussten die zusätzlichen Musikstunden in den Nachmittagsbereich gelegt werden. Die Teilnahme daran ist für die Schüler verbindlich. In diesen Stunden arbeiten die Musiklehrerin der Grundschule Frau Douwes und Frau Meinecke von der Musischen Akademie gemeinsam mit den Kindern oder teilen die Klasse, um mit den kleinen Gruppen intensiver arbeiten zu können.
Musikalischer Schwerpunkt ist in dieser Klasse das Erreichen einer besseren Intonation und Entwicklung eines besseren Gespürs für die eigene Stimme.
Für das Adventskonzert der Schule übte die Chorklasse das Minimusical „Unter einer Decke“ ein, für dessen Aufführung sie von Lehrern, Eltern und Mitschülern ein ausgesprochen positives Feedback erhielt. Gelobt wurde vor allem die deutlich verbesserte stimmliche und haltungsmäßige Präsens der Kinder.
In der Bebelhofschule wurde beschlossen, allen Kindern der zweiten Klassen den erweiterten Musikunterricht als Chorklasse zu ermöglichen. Alle Musikstunden konnten in den Vormittagsbereich integriert werden. Die Klassen erhalten wöchentlich eine Stunde regulären Musikunterricht bei ihren Musiklehrerinnen Frau Hanold und Frau Olbrich. Eine weitere Stunde wird von Frau Meinecke (Musische Akademie) und der jeweiligen Musiklehrerin gestaltet. In der zweiten Chorklassenstunde wird die Lehrerin der Musischen Akademie von den Erziehern der Klassen, Frau Rössl und Herrn Theobald, unterstützt.
Aufgrund der günstigen Räumlichkeiten lassen sich gut Tänze und Spiele aus der Rhythmik in den Unterricht einbeziehen, was den Kindern sehr gefällt. Bewusst verbinden wir hier das Lernen der Lieder und Stimmbildungsübungen mit Rhythmikübungen, welche die soziale Kompetenz fördern, z. B. Wahrnehmungsübungen, Partneraufgaben, Führen- Folgen, Solo-Tutti-Aufgaben und Tänze.
Nach kleineren schulinternen Auftritten erhielten die Klassen ein sehr positives Feedback. Hervorgehoben wurden vor allem die auffallend gute Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder sowie eine sehr gute Artikulation der deutschen Sprache. Letzteres scheint hier besonders wichtig zu sein, wenn man bedenkt, dass es in einer Klasse mit 15 Kindern sieben verschiedene Muttersprachen gibt. In den Musikstunden hört man schon oft, dass die intensive Arbeit an Stimmbildung und Intonation zu einem sehr schönen Stimmklang führt, auch wenn dieses gute Klangbild noch nicht immer durchgehalten wird.
Einige Kinder, die in anderen Fächern negativ auffallen, beteiligen sich mit Begeisterung im Musikunterricht und zeigen überdurchschnittliche Leistungen. Hier überlegen wir, wie wir diese Fähigkeiten zum Nutzen für die Gesamtpersönlichkeit dieser Kinder weiter fördern können.
In den regulären Musikstunden greifen die Musiklehrerinnen die Lieder und Übungen aus der Stimmbildung teilweise auf, erarbeiten aber vorwiegend die laut Curriculum vorgegebenen Themen für den Musikunterricht in der Grundschule. Manchmal werden die zusätzlichen Musikstunden für Vertiefungsaufgaben des regulären Bereichs, vor allem für das Spiel mit Orff-Instrumenten und einfache Liedbegleitungen auf Stabspielen genutzt. Durch die Zusammenarbeit mit Musik- und Klassenlehrern werden vielfältige Anregungen gegeben, Singen, Rhythmus- und Rhythmikspiele stärker in den Schulalltag einzubeziehen.
Finanziell wird das Projekt durch Mittel des VdM und des Landes Niedersachsen sowie der Erich-Mundstock-Stiftung und dem Young Fashion Unternehmen New Yorker ermöglicht. Dank der Unterstützung durch die Stiftung und New Yorker ist die Teilnahme am Projekt für die Kinder kostenlos und so für Kinder aus allen sozialen Schichten zugänglich.
Das Projekt ist für jede Klasse auf zwei Jahre ausgelegt. Da wir jetzt schon ein so positives Feedback von Schülern, Eltern und Lehrern erhielten, planen wir, im neuen Schuljahr weitere Chorklassen einzurichten. Ein Zusammenwirken der Chorklassen einer Schule zu besonderen Anlässen oder in einem besonderen Chor ist angedacht.
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